Szegediner Krautfleisch Ramen

Szegediner Krautfleisch Ramen

Fährt ein Burgenländer nach Tokio … nein, kein Witz. Echt jetzt. Unser lieber Freund T. nämlich. Und er hat uns auch was mitgebracht: Essstäbchen. Ziemlich schicke sogar, wenn ihr mich fragt. Seither überlegte ich nun auch schon fieberhaft, was ich euch damit kredenzen könnte. Irgendwie wollte mir aber nichts einfallen, weshalb ich über den spontanen Schneefall gestern nach kurzer Aufregung eigentlich ganz froh war.

Szegediner-Ramen

Tokio, Budapest, Wulkaprodersdorf

Wieso? Na, weil wir Dorfblogger (Hey, nicht lachen!) nun schon länger mal ein gemeinsames Picknick veranstalten wollten und uns der Leo vom Bubraum dafür extra ein schickes Cabrio gecheckt hat. Wieso mich das Mistwetter da freut? Na, weil die besten Ideen schon immer aus der Not heraus geboren wurden und wir uns statt pannonischer Rohkost, regionalen Wurstwaren und einem knusprigen Riesenkornspitz vom Bäcker unseres Vertrauens von einer Minute auf die andere etwas völlig Neues ausdenken mussten. War schließlich saukalt und das Cabrio mit zugemachtem Dach zu fahren natürlich auch keine Option. Das wäre ja absurd. Fast so absurd, wie wenn man in Tokio Szegediner Krautfleisch Ramen servieren würde. Sekunde, was? Szegediner Krautfleisch Ramen. “Klingt geil!”, waren wir uns einig und entschlossen uns nicht nur dazu, auf eine warme Mahlzeit statt klassischer Picknick-Kost zu setzen, sondern auch gleich zum anschließenden Fusion-Picknicken am Föllig.

Burgenland meets Japan, sozusagen. Gleich dreimal nämlich – mit Auto, Ramen und stilechtem Essbesteck. Und weil wir Burgenländer ja Frau und Mann von Welt sind und die pannonische Küche stark vom benachbarten Ungarn geprägt, holen wir uns die Székeler auch noch mit ins Boot, Pardon, ins Cabrio. Da behauptet noch jemand, wir wären keine Kosmopoliten.

Föllig-Burgenland-Grosshoeflein-Wulkaprodersdorf

“Mehr Chilisauce, bitte!”

Da ich bei all der Spontanität relativ wenig Zeit hatte, mir ein ausgeklügeltes Rezept zu überlegen, habe ich einfach mal gemacht. Und wie so oft, war das auch gar keine so schlechte Idee, denn die Szegediner Krautfleisch Ramen sind trotz anfänglicher Skepsis seitens W. (“Die werden dich so flamen, denk nur an den Typen mit den Erbsen auf der Pizza oder dieser arme Mensch, der es vor ein paar Monaten gewagt hat, One-Pot-Carbonara zuzubereiten! Hoffentlich hat er sich schon erholt …”) ziemlich gut geworden. Vorausgesetzt man isst gerne scharf, denn diese Ramen haben es wirklich ganz schön in sich, sind sie doch voller hochexplosiver Zutaten wie beispielsweise der umwerfend g’schmackigen Habanero-Sauce von Biotiger. Klingt süß, oder? Ist sie ganz und gar nicht! Im Gegenteil – höllisch scharf. Und wenn ich das sage, dann meine ich das auch, schließlich habe ich schon in der Unterstufe mein Pausenbrot mit Tabasco gewürzt. Mhm.

Außerdem wurde meinen Freunden und mir in unserer Jugend seitens des Eisenstädter Chinarestaurants “im Gassl” schon mal unser “Mehr Chilisauce, bitte!” verweigert. Wieso? Weil der Besitzer für alles was danach kommen sollte, nicht verantwortlich sein wollte. Nachvollziehbar, im Nachhinein betrachtet.

Aber sei’s drum. Dem Schnee getrotzt, Japan, Ungarn und das Burgenland vereint, hab ich mich nun nach den hervorragenden Szegediner Krautfleisch Ramen im schicken Mazda gemütlich aufs Sofa gefläzt. So viel Frieden und Aufmüpfigkeit auf einmal macht nämlich nicht nur euphorisch, sondern auch ein bisserl müde. Aber was soll man bei dem Wetter auch schon groß veranstalten? Außer einem Picknick, versteht sich.

Szegediner-Ramen-Rezept

Rezept fürs Szegediner Krautfleisch Ramen

45 Minuten

2-4 Portionen

Zutaten:

  • 3 EL Reisessig
  • 5 EL Sojasauce
  • 2 EL Honig
  • 4 EL Sesamöl
  • ½ rote Chilischote
  • ½ gelbe Chilischote
  • 3 EL Sriracha-Sauce
  • 1 EL Habanero-Sauce
  • 4 Knoblauchzehen
  • etwas Knoblauchgranulat
  • 2 EL Paprikapulver, edelsüß
  • 1 EL Paprikapulver, scharf
  • 1,5-2 EL Kümmel
  • 150 g Schweinefleisch
  • 1 kleine Stange Lauch
  • 1 Karotte
  • 2 Frühlingszwiebel
  • 2 Handvoll Sojasprossen
  • 2 Handvoll grob gehacktes Weißkraut
  • 300 ml Hühnerbouillon
  • 180 g Ramen-Nudeln
  • frische Petersilie

Zubereitung:

Zuerst die Chilischoten und die Knoblauchzehen fein hacken und dann gemeinsam mit dem Reisessig, der Sojasauce, dem Honig, dem Sesamöl, der Sriracha-Sauce, der Habanero-Sauce, etwas Knoblauchgranulat, dem Paprikapulver und dem Kümmel in einer kleinen Schüssel sorgfältig zu einer würzigen Sauce verrühren. Dann den Lauch und die Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und die Karotte würfeln und in der angerührten Sauce in einem Wok oder einer großen Pfanne anbraten. Das Schweinefleisch dann grob würfelig schneiden und hinzugeben. Scharf anbraten und die Sojasprossen sowie das grob gehackte Weißkraut hinzugeben. Alles schön anbraten und immer wieder mithilfe eines Kochlöffels mit der Sauce und den anderen Zutaten vermengen. Währenddessen die Ramen mit heißer Hühnerbouillon übergießen und ein paar Minuten gar werden lassen. Danach alles zusammen in den Wok oder die große Pfanne geben und sorgfältig verrühren. Die Petersilie dann grob hacken und hinzufügen. Noch einmal umrühren, mit frischen Chilischoten garnieren und servieren.

Ich habe beim Abschmecken meiner Kreativität übrigens einfach freien Lauf gelassen, die angegebenen Gewürzmengen bilden aber eine sehr schöne Basis, die sich je nach Geschmack problemlos ein bisschen abändern lässt. Am besten direkt über den Wok beugen und einfach riechen, was eventuell noch fehlen könnte. Die Szegediner Krautfleisch Ramen schmecken auch lauwarm beziehungsweise aufgewärmt wirklich gut. Das fand übrigens auch W. und der ist ja bekanntermaßen mein größter Kritiker.

Japan-meets-Burgenland
Ramen-Burgenland
3 Comments
  • […] Wichtig noch für alle Picknicker in da house & outdoor: Das Rezept für Szegediner Ramen sowie noch einen Haufen toller Fotos findet ihr auf Kathis Blog Sweet Trolley. Klicker, klicker. […]

  • Leo

    24. April 2017 at 22:56 Antworten

    Jedem, dem ich über Szegediner Ramen Berichte, glaubt’s kaum … aber ich sags hier noch mal: Sen! Sa! Zionell!!!
    Leo „Bubraum“ Szemeliker

    • Katharina

      25. April 2017 at 7:27 Antworten

      Bisher hat mir auch noch keiner Watschn angedroht! Ich denke, wir können das also als Erfolg verbuchen! (-:

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