Tipps: Hyggelig Wohnen

How To Hygge: Wohnen

Was Hygge für mich bedeutet und warum ich den dänischen Ansatz für ein glücklicheres Leben für wirklich sinnvoll halte, habe ich ja bereits im ersten Beitrag zu dieser Thematik etwas näher erläutert. Auch, wie sich diese Einstellung anhand ausgesuchten Comfort Foods wieder ein Stück mehr in den persönlichen Alltag integrieren lässt.

Da das aber natürlich noch lange nicht reicht, habe ich heute außerdem ein paar weitere Tipps für mehr Hygge im Leben mitgebracht. Sieben Stück, um genau zu sein. Sieben Tipps für ein hyggeliges Zuhause. Schließlich heißt es nicht umsonst, dass ein Haus zwar gebaut wird, aber erst geformt werden muss.

Hyggelig wohnen: 7 Tipps für ein gemütlicheres Zuhause

1. Weniger ist (so viel) mehr

Wer hyggelig wohnen will, sollte sich erst einmal bewusst machen, dass weniger nicht selten mehr ist. Legt man großen Wert auf ein schönes Zuhause, übertreibt man nämlich leider mal ganz gerne. Ganz ehrlich, niemand versteht das besser als ich. Es hat wirklich lange gedauert, bis ich meinen Stil gefunden und aufgehört habe, wahllos Trend-Pieces einzukaufen, die vielleicht gerade im Sale waren, ganz hübsch aussahen aber eigentlich ganz und gar nicht zu uns oder unseren vier Wänden gepasst haben. Auch, dass man sich nicht zwischen Stil und Komfort entscheiden muss, sondern mit etwas Planung durchaus beides haben kann, war ein richtiger Lernprozess für mich. Das bedarf nur etwas Übung, ein paar kleinen Tricks und vor allem ein konsequentes Vermeiden unreflektierter Impulskäufe.

Was mir diesbezüglich sehr geholfen hat, sind Farbpaletten. Wer beispielsweise über eine Adobe-Linzenz verfügt, kann sich diese wunderbar selbst zusammenstellen. Alle, die kein Bildbearbeitungsprogramm verwenden, werden an dieser Seite ihre wahre Freude haben: ColourLovers. Eine grandiose Creative-Community, auf der Menschen rund um den Globus Farben, Patterns und Farbpaletten miteinander teilen. Die Handhabung ist super-easy und der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Wer noch nicht sicher ist, was er sich farbtechnisch fürs eigene Zuhause so vorstellt, kann sich hier außerdem fabelhaft inspirieren lassen.

Sobald man sich dann für ein Farbschema entschieden hat, sollte man versuchen, sich konsequent an dieses zu halten. Das bedeutet selbstverständlich keineswegs, dass man sich auf die exakten Farbwerte versteifen und zu keinem Zeitpunkt davon abweichen sollte. Im Gegenteil. Ein Farbklecks hier, völlig neue Nuancen da schaffen völlig neue Akzente und lassen die eigenen vier Wände in Nullkommanix in völlig neuem Glanz erstrahlen. Die Paletten sind dabei zu jedem Zeitpunkt einfach nur ein Richtwert, eine Vorgabe zur Vermeidung gänzlich unpassender Impulskäufe und Hilfsmittel zur Etablierung eines optischen roten Fadens der eigenen vier Wände.

Hyggelig Wohnen: Homewear

2. Anschmiegsame Textilien

Ob gemütliche Kleidung, warme, kuschelige Decken oder weiche Polster: für ein hyggeliges Wohngefühl braucht es anschmiegsame Textilien, die das eigene Zuhause nicht nur wohnlicher, sondern auch gemütlicher machen. Wir haben stets ein großes Repertoire an Decken und Kissen in der Nähe des Sofa-Bereichs. So läuft auch unser Besuch keinesfalls Gefahr, zu irgendeinem Zeitpunkt kalte Füße zu bekommen. Diese Textilien sammle ich übrigens einfach in einem praktischen Drahtkorb, aus dem sich alle ganz unkompliziert bedienen können.

Nebst warmen und weichen Heimtextilien lege ich außerdem größten Wert auf bequeme Kleidung und trage diese nicht nur in meiner Freizeit, sondern auch im (beruflichen) Alltag. Zumindest dann, wenn ich keine Termine außer Haus wahrnehmen muss und meinen Tag ausschließlich am Schreibtisch verbringe. Um mich vor dem Postboten oder unangekündigtem Besuch nicht schämen zu müssen, achte ich aber immer darauf, Hausanzüge, Jogginghosen oder kuschelige Oberteile zu tragen, die zwar gemütlich aber auch einigermaßen ordentlich aussehen. Zu oft war es mir schon peinlich, dem Pizzaboten in meinem Outfit die Tür zu öffnen, sodass ich irgendwann entschieden habe, einfach vorbereitet zu sein. Ganz ohne dabei auf Komfort zu verzichten.

3. Individualität statt Perfektion

Hyggelig wohnen kann man auch ganz ohne die neusten Möbel und ständigem Putzen. Hygge hat nichts mit Perfektion zu tun. Ganz und gar nicht. Viel eher bedeutet es, einfach man selbst zu sein. Und dieses Selbst darf, nein, soll sich in der Wohnung auch widerspiegeln. Das Geschirr muss beispielsweise nicht immer gleich direkt nach dem Essen abgewaschen werden. Man kann auch einfach mal gemütlich sitzen bleiben und plaudern. Hygge bedeutet, die eigene Menschlichkeit zu akzeptieren und den Moment zu genießen. Auch die Einrichtung muss nicht aussehen, wie aus dem Ei gepellt. Man braucht für ein hyggeliges Zuhause nicht das neueste Sofa, einen antiken Esstisch oder eine Kücheninsel mit weißer Marmorplatte. Die eigenen vier Wände sollten vielmehr ein Platz sein, an dem man sich selbst immer öfter wieder und wiederfindet. Ein Ort, der sich den eigenen Bedürfnissen anpasst, gemütlich ist und gleichzeitig dem eigenen Ästhetikempfinden entspricht.

Ein persönliches Foto hier, die wunderschöne Hochzeitseinladung der besten Freundin da – unsere Vergangenheit spielt im Hygge-Konzept eine beinahe ebenso wesentliche Rolle wie das Hier und Jetzt. Lieblings-Bücher, alte Langspielplatten, emotional wertvolle Erbstücke, Mitbringsel aus Reisen in ferne Länder, an die man sich immer wieder gerne zurückerinnert. All das lässt sich fabelhaft mit modernen, praktischen Möbeln kombinieren. Der Clou an skandinavischem Interieur ist ja gerade, dass es so dezent gehalten wird, dass es problemlos mit verschiedensten Deko-Elementen aufgefrischt werden kann, ohne langweilig oder überladen zu wirken.

Und ja, natürlich wünscht man sich oft, das eigene Zuhause sähe aus wie aus einer der tollen Bildstrecken eines Lifestyle-Magazins, aber ganz ehrlich, viel wichtiger ist es doch, sich wohlzufühlen. Wer den ganzen Tag damit beschäftigt ist, nur ja nichts irgendwo stehen oder liegen zu lassen, kann einfach nicht entspannt sein, oder? Man darf also ruhig hier und da mal was liegen lassen. Ein klitzekleines bisschen Chaos macht die eigenen vier Wände nicht nur sympathischer, sondern gibt auch optisch oft so einiges her. Man sieht schließlich sofort, dass hier jemand sein Leben verbringt. Spannender geht’s wohl kaum.

Hyggeliges-Zuhause

4. Hyggelig wohnen mit allen Sinnen

Hyggelig wohnen lässt es sich nur mit passender Beleuchtung und ausgesuchten Wohndüften. Dafür braucht es übrigens keinesfalls hochpreisige Yankee Candles und Konsorten. Günstige aber hochwertige Duftkerzen oder -öle eignen sich hervorragend, um ein hyggeliges Ambiente zu schaffen.

Ich verwende außerdem gerne eine elektrische Aroma-Duftlampe, stelle diese aber immer ins Vorzimmer. So ist der Geruch nie zu intensiv und es steht nicht noch ein weiteres elektronisches Gerät genau da, wo wir uns gerade aufhalten. Kerzen hingegen stehen bei uns überall in der Wohnung. Im Esszimmer, auf dem Balkon, beim Sofa, im Eingangsbereich und sogar im Badezimmer. Und das soll auch so bleiben, denn nichts sonst sorgt gleichzeitig für einen derart angenehmen Geruch, gedämpftes Licht und eine cozy Atmosphäre.

Hyggelig wohnen mit Kerzen

5. Mehr Musik: Hygge-Playlist

Musik ist ein wesentlicher Bestandteil von Hygge. Kein Wunder, was entspannt einen mehr als einfach mal den Plattenspieler anzuwerfen und sich gemütlich aufs Sofa zu fläzen? Welche Musik man dabei hören möchte, entscheidet man am besten selbst. Manche mögen’s lieber ruhig, andere entspannen sich eher bei etwas härteren Metal-Klängen. Ich persönlich habe in entspannten Stunden besonders an Angus & Julia Stone, Daughter, Maggie Rogers und Konsorten meine Freude. Vielleicht gefällt euch meine Playlist ja. Um das rauszufinden, schaut ihr am besten mal auf meinem brandneuen Youtube-Kanal vorbei. Dort findet ihr demnächst übrigens auch ein paar selbst produzierte Videos zum Thema Essen & Trinken. Die „How To Hygge“-Playlist werde ich natürlich ebenfalls immer wieder ergänzen. Aber alles ganz entspannt, nur nicht hudeln, wir arbeiten schließlich gerade an mehr Hygge im Leben.

Hyggelig Wohnen: Musik

6. Blumen, wohin das Auge reicht

Blumen sind für mich überlebensnotwendig. Auch und gerade in den kälteren Wintermonaten. Sie sind ein willkommener Farbklecks, der mich ein bisschen vom alltäglichen Grau ablenkt und meine Energiereserven in wenigen Minuten auffüllt. Nicht weiter verwunderlich also, dass bei uns in jedem Raum frische Blumen stehen. Das müssen natürlich nicht immer langstielige Rosen aus der schicksten Lifestyle-Blumenboutique der Stadt sein. Ganz und gar nicht. Ich kaufe meine Blumen am liebsten direkt am Wochenmarkt. Dort gibt es wunderschöne Exemplare für verhältnismäßig wenig Bares. Und das investiere ich gerne, denn immer, wenn ich Blumen sehe, fühle ich mich gleich etwas wohler.

Auch auf meinem Arbeitstisch steht immer ein frischer Strauß, was mir wahnsinnig wichtig ist. Aufgrund meiner Selbstständigkeit ist es mir möglich, mein Arbeitsumfeld genauso zu gestalten, wie ich es mir vorstelle. Und diesen Umstand nutze ich auch. Da ich in der Kreativ-Branche arbeite, kommt ein grauer, deprimierender Arbeitsplatz für mich ohnehin keinesfalls in Frage. Das ist alles andere als inspirierend und warum sollte man es sich schwerer machen als nötig? In den eigenen vier Wänden gestaltet man die Regeln schließlich selbst.

Hygge at Home

7. Hygge-Corner

Wer hat ihn nicht, den obligatorischen Lieblingsplatz in der eigenen Wohnung? Meiner liegt in einem kleinen Erker vor unserer Balkontüre und ich liebe es, mich dort mit einem guten Buch und einer Tasse Tee zurückzuziehen. Um es so gemütlich wie möglich zu haben, sorge ich stets dafür, dass ich dort immer alles vorfinde, was ich mag: Kerzen, eine Decke, Blumen und ein paar Kissen. Mein Hygge-Corner ist so gemütlich, dass W. ihn mir manchmal ganz frech abluchst und mich vorwurfsvoll ansieht, wenn ich ihn zu vertreiben versuche. Dasselbe gilt übrigens für unsere Fellnase.

Das verbuche ich aber direkt als Kompliment: Sollte euch jemals jemand euren Lieblingsplatz streitig machen, wisst ihr nämlich sofort, dass ihr alles richtig gemacht habt. Wenn ihr die Person so gerne mögt wie ich W., könnt ihr das Plätzchen ja vielleicht sogar miteinander teilen. “Gemeinsam statt alleine” ist schließlich kein unwesentlicher Teil des Hygge-Konzepts und mit den Liebsten wohnt und lebt es sich schließlich am hyggeligsten.

5 Comments
  • Jana

    14. März 2017 at 11:22 Antworten

    Sehr schöner Post! Da krieg ich direkt Lust meine ganze Wohnung ein bisschen hyggeliger zu gestalten und mich zuhause einzukuscheln 🙂 wenn da nur nicht die Pflicht wäre… Liebe Grüße

    • Katharina

      15. März 2017 at 9:04 Antworten

      Dankeschön, freut mich sehr, dass er dir gefällt!
      Ja, die liebe Pflicht … ganz ohne Verpflichtungen wär das Einkuscheln aber auch nur halb so schön 🙂

  • Moni

    19. November 2017 at 13:52 Antworten

    Der Beitrag gefällt mir sehr gut. Vor allem im Winter kann man es sich mit frischen, bunten Blumen, Aromakerzen (ich LIEBE die Duftkerzen von Looops) und gemütlich schönen Sachen so richtig wohl fühlen. Und Schoko-Tee 😉

    • Katharina

      19. November 2017 at 14:55 Antworten

      Servus Moni!

      Freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt!
      Schoko-Tee ist ja auch eine große Leidenschaft von mir! Hab ich aber erst vor ein paar wenigen Jahren für mich entdeckt, davor war ich aber im Allgemeinen keine große Teetrinkerin. Mittlerweile könnte ich es mir ohne gar nicht mehr vorstellen!

      Hyggelige Grüße,
      Katharina

  • […] Wenn du schon dabei bist, staub auch gleich noch den Plattenspieler ab, du wirst ihn brauchen. Hyggelig wohnen kann man schließlich nur mit passender Musik – gerade zur […]

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