Fancy Grilled Cheese

Früher, als Brunch noch Gabelfrühstück hieß und die Uhren noch etwas langsamer tickten, war an Brunch noch nicht wirklich zu denken. Nichts mit Mini-Quiches und French Toast, Pancakes oder Soufflé Omelette. Stattdessen gab’s Leberkäs aus dem Zeitungspapier, Kümmelbraten-Brot und den sogenannten “Gabelbissen” – ein österreichischer Snack, bestehend aus Mayonnaise (gefühlte 90 Prozent), Fisch, Ei oder (Press-)Schinken in Aspik. Zum Löffeln. Der alleinige Gedanke daran löst bei mir beinahe eine Gallenkolik aus. Ganz im Gegensatz zu meiner lieben Tante S. und ihrem Mann R., die derart reichhaltige Mahlzeiten immer sehr genossen haben – inklusive Bröserl aufpicken mit angefeuchteten Fingern.

Generell hatten die beiden immer sehr viel für (kulinarische) Genüsse (dieser Art) übrig und zelebrierten auch das Gabelfrühstück wie niemand sonst. Der tägliche (!) Lieblingssnack meiner erstaunlich schlanken Tante setzt sich bis heute aus einem Packerl Paprikachips und gewürfeltem Speck zusammen und als mein Cousin und ich noch klein waren (und unsere Figur uns komplett wurscht) gab’s als Nascherei für Zwischendurch immer aufgeschlagenes Ei mit Zucker. Das aber nur am Rande, damit ihr ungefähr euch vorstellen könnt, wovon ich spreche.

Brie-Marillen-Grilled-Cheese

Easy like Sunday morning

Ich persönlich konnte mich mit der Mayo-lastigen Zwischenmahlzeit ja nie anfreunden. Ganz im Gegensatz zu Brunch. Den liebe ich heiß und innig. Ich lasse mir beim Essen einfach wahnsinnig gern Zeit und beim Brunchen scheinen die Uhren manchmal fast so langsam zu ticken wie in Gabelfrühstück-Zeiten. Außerdem liebe ich die große Auswahl und Möglichkeit, Speisen zu mir nehmen, für die mich beim Frühstück alle schief anschauen würden. Ganz im Gegensatz zu W. könnte ich morgens nämlich durchaus Pizza oder Pommes verputzen.

Gebt mir einfach fünf Minuten Zeit, eine Zahnbürste und ein sauberes Shirt und ich frühstücke mühelos ein 3-Gänge-Menü. Unter der Woche sieht das natürlich etwas anders aus. Was für ein ausgiebiges Frühstück oder einen gelungenen Brunch für mich nämlich unabdingbar ist, ist Zeit. Ich möchte dabei Radio hören, gemütlich Zeitung lesen und mich entspannen. Eine Mahlzeit gestresst in mich reinschaufeln? Nein, danke! Da warte ich lieber ein bisschen und genieße dann ausgiebig. Am liebsten ausgeklügelte aber trotzdem nicht allzu komplizierte Gerichte. Alles ganz entspannt.

Carrot-Bacon-Karotten-Speck-Rezept

Brunch Favorites: Brie-Marillen-Grilled-Cheese

Einer meiner absoluten Brunch-Favoriten (die ich persönlich auch gerne mal zum Frühstück serviere) ist ein beliebtes Gericht aus den USA: Grilled Cheese. In allen erdenklichen Varianten und immer ein wenig „gepimpt“. Zum Beispiel mit cremigem Brie, feiner Marillenmarmelade, Karotten-Speck, frischem Basilikum und Balsamico-Reduktion. Dazu ein Glas Orangensaft und eine dampfende Tasse schwarzer Kaffee und ich bin glücklich. Ich bin halt einfach ein riesengroßer Fan von süß-salzigen Kombinationen. Vielleicht, weil ich ungern Entscheidungen treffe. Warum auf etwas verzichten, wenn man genauso gut alles haben kann!

Den Karotten-Speck hab ich übrigens auf Nicos Blog Yumsome entdeckt und bin seitdem hooked. Schmeckt natürlich nicht genauso wie echter Speck, kann geschmacklich aber auf jeden Fall mithalten und ist wunderbar rauchig, leicht süß und trotzdem schön würzig. Ich habe die Zutaten im Rezept übrigens ein wenig abgeändert und um eine Prise Salz ergänzt – perfekt für meinen Brie-Marillen-Grilled-Cheese.

Gourmet-Grilled-Cheese-Karotten-Speck

Rezept Brie-Marillen-Grilled-Cheese

1 Stunde

4 Personen

Zutaten

für den vegetarischen Karotten-Speck:

1 große Karotte
1 TL Ahornisup
1,5 TL Raw Coconut Aminos
1 TL Tahin
1 TL Öl nach Wahl (z.B. Sesamöl)
eine Prise Salz
1 TL Liquid Smoke

für die Balsamico-Reduktion:

50 ml Balsamico
50 ml Rotwein
50 ml roter Most
ein Zweig Thymian oder Rosmarin

fürs Grilled Cheese-Sandwich:

8  Sandwich-Scheiben
4 TL Marillen-Marmelade
150 g Brie (Cheeeeese!)
ein paar frische Basilikum-Blätter
etwas Butter
Karotten-Speck
Balsamico-Reduktion

Zubereitung:

Für den vegetarischen Karotten-Speck zuerst die Karotte der Länge nach hobeln und die restlichen Zutaten sorgfältig verrühren. Die feinen Karottenstreifen dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, mit dem Gewürzöl bestreichen und bei 180°C Umluft etwa zehn Minuten backen. Je nachdem, wie knusprig der vegetarische Karotten-Speck werden soll. Aber Vorsicht: Die dünnen Streifen verbrennen schnell, also den Ofen schön im Auge behalten!

Für die Balsamico-Reduktion danach den Rotwein und Balsamico mit den Kräuterzweigen aufkochen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Flüssigkeit beginnt einzudicken. Dann den Most hinzufügen und weiter köcheln lassen, bis die Konsistenz richtig schön eingedickt ist und sirupartig geworden ist. Den Topf von der Herdplatte ziehen, die Kräuter entfernen und die Balsamico-Reduktion auskühlen lassen.

Dann die Sandwich-Scheiben mit Butter bestreichen. Eine Pfanne mit etwas Öl auspinseln und eine Sandwich-Scheibe mit der Butterseite in die Pfanne legen. Dann mit einem Teelöffel Marillenmarmelade bestreichen. Brie in Scheiben schneiden und das Sandwich damit belegen. Aufpassen, dass seitlich möglichst wenig Käse über den Rand steht, und die Sandwich-Scheibe danach mit Karotten-Speck-Streifen und Basilikumblättern belegen.

Mit einer zweiten Sandwichseite (Butterseite nach oben!) zudecken und auf allen Seiten gleichmäßig anbraten, bis das Sandwich knusprig und goldbraun und der Käse geschmolzen ist. So oft wiederholen, bis alle Grilled-Cheese-Sandwiches fertig sind. Zuletzt mit Basilkum garnieren und mit Balsamico-Reduktion, frisch gepresstem Orangensaft und einer dampfenden Tasse schwarzem Kaffee servieren.

Tipp: Ihr könnt den vegetarischen Karotten-Speck natürlich auch mit echtem Speck ersetzen. Ich rate euch aber unbedingt, das Rezept für den Karotten-Speck zu testen. Es lohnt sich nämlich auch für Nicht-Veggies!

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