Eat like a woman!

Einen Monat zu spät dran, dafür aber mit zwei Artikeln im Gepäck, bin ich heute wieder bei Inas “Let’s cook together” mit von der Partie. Im Mai mit dem Thema “No Waste Food” und im April mit dem Fokus auf unsere Lieblingskochbücher. Diese sollten wir euch anhand eines Rezeptes vorstellen. Da ich leider krank und in den letzten Wochen ziemlich ausgebucht war, gibt’s von mir heute beide Beiträge. Also nicht nur einen feinen Wassermelonen-Feta-Salat (stay tuned!), sondern auch gleich noch meinen verspäteten Beitrag aus dem April zum Thema “Kochbuchliebe”. Mit Letzterem möchte ich auch gleich starten, denn “Eat like a woman – Rezepte für einen harmonischen Zyklus” wollte ich euch schon lange vorstellen. Das hat nebst dem unglaublich gelungenen Layout und den wunderschönen Fotos vor allem einen Grund:

eat-like-a-woman-rezension

Diagnose Endometriose

Wer wie ich chronische Schmerzen und eine jahrelange Odyssee an Arztbesuchen hinter sich hat, wird verstehen, dass sich die Diagnose Endometriose beinahe wie eine Erlösung für mich angefühlt hat. In diesem Rahmen bekannt dürfte dann wohl auch die traurige Tatsache sein, dass die Schmerzen teils wehenartigen Ausmaßes gerne als “wehleidig” abgestempelt werden und einem immer wieder geraten wird, man möge sich doch “bitte nicht so anstellen”. Aber wen wundert das schon, schließlich diskutieren wir ja 2019 auch noch ernsthaft darüber ob Frauen sich gegen eine Schwangerschaft entscheiden dürfen sollten. Wär es nicht so traurig, könnte man ja echt herzlich drüber lachen. Wirft es doch immer wieder von Neuem die Frage auf, wie bedroht der vornehmlich weiße Mann sich eigentlich immer noch von uns Frauen fühlt. Da fällt einem auch wirklich nicht mehr viel dazu ein, außer vielleicht ein aufrichtiges “Man möge sich doch bitte nicht so anstellen!”, um den absurden Kreis wenigstens zu schließen.

Eat like a woman!

Trotzdem ich froh war, endlich schwarz auf weiß bestätigt bekommen zu haben, was ich schon so lange wusste, nämlich, dass etwas nicht stimmte, hatte ich wahnsinnige Angst vor dieser Endometriose. Die ist nämlich ganz schön fies. Außerdem handelt es sich dabei um eine nicht lebensbedrohliche Frauenkrankheit, dementsprechend sieht es auch mit Forschungsgeldern aus. Jedenfalls habe ich mein Leben nach einer bald darauffolgenden Bauchspiegelung in etlichen Bereichen umgestellt. Teilweise gezwungenermaßen, teilweise weil es sich einfach richtig angefühlt hat. Abgesehen davon, dass ich mittlerweile ein echter Sportfan geworden bin (In 100 Jahren hätte ich nicht gedacht, dass das möglich wäre!), habe(n) (s)ich auch meine Ernährungsgewohntheiten rigoros geändert. Viel Fleisch habe ich ja noch nie gegessen aber verschiedenste Käsesorten, Schokolade, Fruchtjoghurts, Pudding und etliche andere Milchprodukte in völlig übertriebenem Ausmaß. Mittlerweile ernähre ich mich fast ausschließlich pflanzlich und genieße mein seltenes Steak oder meinen Erdbeereisbecher vom Statzinger dafür ganz besonders. Und es tut mir einfach wahnsinnig gut.

Dabei geholfen hat mir das Buch “Eat like a woman”, das auf etwas mehr als 200 Seiten umfangreiche Informationen zum Einfluss unserer Ernährung auf den weiblichen Zyklus und die Erfahrungsberichte dreier Frauen mit völlig unterschiedlichen Lebensgeschichten und ihrer Suche nach einem entspannteren Leben im Einklang mit ihrer eigenen Weiblichkeit illustriert, was mir ehrlich einen einen völlig neuen Zugang zum Thema verschafft hat. Herzlichen Dank an dieser Stelle an meine kompetente und wahnsinnig nette Gynäkologin, die meine Schmerzen zu jedem Zeitpunkt ernst genommen und mir diesen intuitiven Wegweiser zu mir selbst und meiner eigenen Weiblichkeit empfohlen hat.

“Vom Aufblühen und vom Loslassen”

Die darin enthaltenen Rezepte, Yoga-Tipps und Menüvorschläge teilen sich in zwei große Bereiche: die Phase des Aufblühens und die Phase des Loslassens. Dabei handelt es sich grundsätzlich um die Zyklusphasen, wobei die zeitliche Definition dieser im Buch bewusst etwas von den allgemeingültigen abweicht. Medizinisch gesehen beginnt die erste Zyklusphase ja mit dem ersten Tag der Periode, die zweite am Tag nach dem Eisprung. In “Eat like a woman” wird die Spanne vom letzten Tag der Menstruation bis inklusive Eisprung als Zeit des Aufblühens betrachtet. Unmittelbar nach den fruchtbaren Tagen beginnt dann die Zeit des sogenannten Loslassens. Die Einteilung wurde dabei entsprechend des intuitiven Ernährungswegweisers modifiziert, da die Ernährungsbedürfnisse und -vorlieben so besser widersgespiegelt werden konnten.

Im Fokus des gesamten Kochbuchs – wobei dieses kleine Masterpiece ja weit mehr ist als nur das – steht die Balance von Körper und Seele und wie diese durch die richtige Ernährung (und natürlich Bewegung) bestmöglich unterstützt und langfristiges Wohlbefinden erreicht werden kann. Die genussvollen Gerichte, die die drei sympathischen Ladies “feminine food” nennen und die in Zusammenarbeit mit einer Ärztin, einer Ernährungstrainerin und einer Phytopraktikerin ausgearbeitet wurden, helfen dabei, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren, uns rasch und effizient mit Energie zu versorgen und Balance zwischen Körper und Seele herzustellen.

Und was soll ich sagen, für mich eine absolute Offenbarung. Mir geht es so viel besser als noch vor einem Jahr und ich bin sicher, dass ich einen Teil davon diesem Buch zu verdanken habe. Meine Haut ist schöner, meine Regelschmerzen (meistens) gut zu ertragen und meine Stimmung hat sich um so vieles verbessert, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann. Ich kann es euch also wirklich nur wärmstens empfehlen.

Lass dein Ei springen und/oder kurbel deine Libido an!

Natürlich hab ich auch ein Rezept daraus für euch nachgekocht, damit ihr euch vorstellen könnt, wie diese in etwa aussehen. Ich finde sie übrigens alle verhältnismäßig einfach, machbar und alltagstauglich. Einer meiner Favoriten: die feine Tomatensuppe mit Basilikumschaum aus der „Phase des Aufblühens“. Die hat es echt in sich! Basilikum hat nämlich eine hormonanregende Wirkung, wirkt östrogenartig, regt den Eisprung und auch die Libido an. Rosmarin wärmt, fördert ebenso den Eisprung und die Tomaten sind reich an Folsäure, Vitamin A und wertvollen Vitaminen aus der B-Gruppe, die sich positiv auf das Folikelwachstum auswirken. Wie ihr seht, hat hier jede Frau guten Grund ordentlich zuzugreifen. Gott sei Dank, denn die Suppe schmeckt wirklich fantastisch. Aber seht selbst:

Rezept für Tomatensuppe mit Basilikumschaum

1 Stunde

4 Portionen

Zutaten:

  • 100 ml Cashewdrink (ich verwende Mandelmilch)
  • 1 Zweig Basilikum
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz & Pfeffer

 

  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 400 g Tomaten
  • 2 EL Olivenöl
  • 3 TL Kokosblütenzucker
  • 1 Schuss Balsamicoessig
  • 2 EL Tomatenmark
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer & Honig

Zubereitung:

Für den Schaum zuerst den Cashewdrink (oder eben Mandelmilch) mit Basilikum, Knoblauch, Salz und Pfeffer aufkochen, beiseitestellen und mindestens 1 Stunde ziehen lassen. Anschließend durch ein feines Sieb abseihen.

Für die Suppe die Zwiebel und den Knoblauch schälen, fein hacken – genauso wie die Rosmarinnadeln. Die Tomaten würfeln. Olivenöl in einem Topf erwärmen. Zwiebel, Knoblauch und Rosmarin leicht anbraten und mit dem Zucker karamellisieren.

Mit Essig ablöschen und sobald die Flüssigkeit verdampft ist, das Tomatenmark einrühren. Mit der Brühe in einen Topf geben, aufkochen und 15 Minuten köcheln lassen. Die Suppe fein pürieren und bei Bedarf durch ein Sieb passieren. Noch einmal aufkochen lassen, mit Salz, Pfeffer und Honig abschmecken. Den gewürzten Cashewdrink bzw. die Mandelmilch im Milchaufschäumer oder mit dem Schneebesen aufschlagen und die Suppe damit verfeinern und servieren.

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