Golden-Oreo-Cheesecake

Käsekuchen & Feminismus

Ob mit Blaubeeren, Erdbeeren, Vollkornboden oder mit Keksen: Ich liebe gute Cheesecake-Rezepte. Und zwar in allen erdenklichen Varianten. Dieser hier gehört zu meinen absoluten Favoriten. Das liegt nicht nur daran, dass es sich bei dieser Anleitung um eines der gelingsichersten Cheesecake-Rezepte überhaupt handelt. Es hängt auch mit meiner Leidenschaft für Golden Oreos und meiner Begeisterung für den Geschmack von Milch und Milchprodukten zusammen. Was das nun mit Feminismus zu tun hben soll?

Meine Begeisterung für gute Cheesecake-Rezepte und damit eng verbunden jene für Milch und Milchprodukte ist der Grund dafür, dass ich es einfach nicht schaffe, mich ausschließlich vegan zu ernähren. Obwohl das aus gefühlten 1.000 Gründen besser für mich und meine Umwelt wäre. Ich bewundere VeganerInnen nämlich sehr und bin vom spürbaren Unverständnis in den unendlich destruktiven Diskussionen um diese Ernährungsform in diversen Social Media-Kanälen wahnsinnig genervt. Klar schafft diesen Verzicht nicht jeder. Davon kann ich schließlich selbst ein Lied singen. Warum aber stört es so viele Menschen, dass andere ihn (problemlos) durchziehen? Das ist doch etwas durchwegs Positives? Klar ist es nicht schön, wenn der eigene Unwille zum Verzicht kritisiert wird. Aktiv oder passiv spielt hier nur eine sekundäre Rolle. Jeder weiß um die vielen Vorteile einer veganen Lebensweise Bescheid. Warum also so immer so aggro?

Letztendlich muss sich ja auch niemand bekehren lassen, schließlich sollte gerade diesbezüglich eine ganz bewusste Entscheidung getroffen werden. Ich persönliche versuche, so wenig Fleisch und Fleischprodukte wie möglich zu konsumieren und bei dem bisschen, das ich konsumiere, achte ich penibel auf die Herkunft. Aber auch das rechtfertigt meinen Fleischkonsum nicht. Er ist ignorant und scheinheilig, da gerade ich der Typ Mensch bin, der Mäuse lebendig fängt, ihnen beim Freilassen am Feld noch ein Stück Käse (Oh, the irony!) mit auf den Weg gibt und Fliegen mit der Klatsche nicht tötet, sondern sie damit aus dem Fenster zu schieben versucht. Den bewussten (!) und nicht übermäßigen (!) Konsum von Milch- und Milcherzeugnissen sehe ich persönlich aber etwas weniger problematisch, trotzdem habe ich mittlerweile einige Produkte gegen pflanzliche Alternativen ausgetauscht. Schließlich macht – wie so oft – auch hier die Menge das Gift. Vielleicht nicht zwingend für einen selbst, sehr wohl aber für die Tiere!

Da wäre die Kuhmilch zum Kaffee, an deren Stelle ich nun Hafermilch verwende. Die Milch für Smoothies und Shakes, die ich problemlos mit Mandel- oder Kokosmilch ersetze. Und nicht zu vergessen, mein heißgeliebtes Joghurt, das ich mir mittlerweile Einiges kosten lasse, was letztendlich aber auch Auswirkungen auf meine Wertschätzung dafür hat. Mein Kokosjoghurt ist mir nämlich heilig und davon gibt’s jeden zweiten Tag genau einen Becher – nicht mehr und nicht weniger. Das ist aber in Ordnung, denn ich freue mich immer wieder aufs Neue darauf.

Das ist übrigens auch der Grund, warum Käsekuchen bei uns nur ganz selten auf den Tisch kommt und etwas ganz Besonderes ist. Bei Käse und den meisten Desserts greife ich nämlich immer noch auf tierische Erzeugnisse zurück. Einfach weil’s besser schmeckt. Leider habe ich noch nichts entdeckt, das die tierischen Erzeugnisse in meinem Cheesecake-Rezept für mich geschmacklich befriedigend ersetzt. Trotzdem gebe ich VeganerInnen Recht. Warum?

Und was hat das mit Feminismus zu tun?

Nunja, es geht mir in den etlichen Diskussionen zu dieser heiklen Thematik – wie so oft – einfach um fehlende Selbstreflexion. Die Frage, warum so viele Menschen derart aggressiv reagieren, wenn man sie auf eine suboptimale Verhaltens- bzw. in diesem Falle Ernährungsweise aufmerksam macht. Anstatt in Offensive oder oftmals auch Defensive zu gehen, wäre es gut, wenn jeder mal in sich ginge und die Kraft fände, sich mit dem Thema tatsächlich etwas intensiver auseinanderzusetzen als ausschließlich mit passiv-aggressiven Memes und Beleidigungen. Veganismus lässt sich für mich nämlich in vielerlei Hinsicht mit Feminismus vergleichen. Warum? Dazu muss ich ein bisschen ausholen.

Der bewusste Konsum tierischer Produkte stellt, als Einzelfall betrachtet, sicher kein Problem dar. Er ist aber immer noch die Ausnahme, weshalb militante VeganerInnen für unsere Gesellschaft und einem zukünftig bewussten Einsatz tierischer Erzeugnisse mindestens genauso wichtig sind wie FeministInnen für den angemessenen Platz von Frauen in unserer Gesellschaft. Sie sind die BH-verbrennenden Jean d’Arcs unserer Zeit, die mit ihrer unangenehmen Wahrheit hoffentlich den Weg zu einer besseren Welt ebnen. Für uns, die Tiere und letztlich das gesamte Ökosystem.

Das Ziel ist das Ziel

Wenn es für Gleichheit zwischen Frau und Mann eine aggressive Vorgehensweise und eine Dekonstruktion des sozialen Geschlechts braucht, warum sollte es sich hier anders verhalten? Um die ethisch schlichtweg unvertretbare und letztendlich ungesunde Ernährungsweise unserer Gesellschaft zu dekonstruieren, reicht nun mal nicht „ein bisschen vegan“. Dazu braucht es herausfordernde Kämpfer, denen – ohne Frage – immer ein Rattenschwanz Mitläufer und Selbstdarsteller folgt. Aber was macht das schon? Letztendlich tun auch die niemandem weh. Man darf einfach nur nicht das Ziel aus den Augen verlieren. Denn nur, wo sich jemand vehement gegen die Industrie auflehnt, kann längst überfälliges Gleichgewicht entstehen.

Ich bin ihnen jedenfalls dankbar. Dankbar dafür, dass sie die Kraft aufbringen, diesen Kampf auch für mich zu kämpfen. Dafür, dass ich eines Tages mein geliebtes Sahnejoghurt essen kann ohne auch nur eine Sekunde darüber nachdenken zu müssen, ob es den Tieren, denen ich diesen Genuss zu verdanken habe, auch gut geht. Das ist vielleicht nicht im Sinne jedes militanten Veganers, es ist aber im Sinne meiner persönlichen Vision einer besseren Zukunft. Und genau das kommuniziere ich auch gerne in jeder einzelnen, angefangenen Debatte zu diesem Thema, während ich mich jetzt schon auf die nächste freue. Denn ich habe eine Meinung und keine Angst sie auch  immer wieder aufs Neue bewusst zu reflektieren.

Cheesecake-Rezepte mit Oreos

Richtig, weder Cheesecake-Rezepte noch Oreos haben viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Genauso wie unzählbar viele andere Dinge, die ich trotz besseren Wissens täglich (aufs Neue) falsch mache. Wer eine Sache vernachlässigt, widmet sich eben einer anderen. Das starre Streben nach kompromissloser Perfektion ist letztendlich ohnehin nicht mehr als ein strahlend katzengoldener Irrglaube bewunderswert leichtfüßiger Jugend. Und ein guter Mensch zu werden? Eher ein langfristiger Prozess als in Stein gemeißelte Gegebenheit. Weniger ist also doch mehr. Sogar beim Oreo-Konsum. Und das gleich doppelt.

Oreo-Cheesecake-Rezepte

Rezept für den Oreo-Cheesecake

2 Stunden

12 Personen

Zutaten:

  • 250 g glattes Mehl
  • 125 g Butter (weich)
  • 300 g Feinkristallzucker
  • 6 Eier
  • 1 TL Backpulver
  • 500 g Magertopfen
  • 500 g Mascarpone
  • 1 Becher Schlagobers
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 2 EL hausgemachter Vanillezucker
  • 6 Golden Oreos (fein zerkrümelt)
  • Golden Oreos zum Garnieren

Zubereitung:

Für das Golden-Oreo-Cheesecake-Rezept die weiche Butter mit 100 g Zucker schaumig schlagen. Mehl und Backpulver mit einem Schneebesen mischen und durch ein Sieb ziehen. Ein Ei behutsam aber sorgfältig einrühren und den Mehl-Backpulver-Mix vorsichtig einrühren. Eine Springform damit auslegen und mit den sehr fein zerkrümelten Oreos bestreuen. Topfen, fünf Eier, 200 g Zucker, Schlagobers, Mascarpone, Puddingpulver und Vanillezucker verrühren und über den Teig gießen. Backofen auf 180°C Umluft vorheizen und etwa eine Stunde backen. Mit Golden Oreos und Karamellsauce garnieren.

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